Die geheimnisvollen Gärten von Biddulph Grange


Der Garten

Die spektakuläre Gestaltung des Gartens in Biddulph ist eines der eindruckvollsten Beispiele viktorianischer Gartenkunst. Er veranschaulicht den damals bahnbrechenden Ansatz des „Pittoresken“ und des „Gardenesquen“ Stils. Hier können Besucher eine außergewöhnlich verschiedenartige und schöne Landschaft erleben, die von Nachbildungen Chinas bis zu nachempfundenen schottischen Glens reicht.

Die Familie Bateman, insbesondere James Bateman (1811-1897) war maßgeblich für die Anlage der Gärten in Biddulph verantwortlich. Er war seit seiner frühen Jugend ein passionierter Gärtner, der in Knypersley Hall eine beachtliche Orchideensammlung zusammengetragen hatte, bevor er nach Biddulph zog. 1838 heiratete Bateman Maria Egerton-Warberton, die aus einer Familie mit großer Gartentradition kam. Als die Beiden Biddulph Grange bezogen, nahmen sie die Hilfe von Edward Cooke (1811-1880) in Anspruch. Cooke war ein passionierter Maler und Gartengestalter, der sie bei der Anlage der Gärten unterstützte.



Das Gartengelände liegt im Südosten des Hauses, wobei die formalen Gärten nahe der Südfront angelegt sind. Es wird angenommen, dass dieser Teil zuerst entstand. Sie liefern ein nahezu surrealistisches Erlebnis, bei dem sich der Besucher auf wenigen Metern zwischen mehreren Kontinenten bewegt. Alle Gartenbereiche sind durch Mauern und Hecken voneinander getrennt, aber durch geschwungene Wege oder unterirdische Verbindungsgänge miteinander verbunden. Vom frühen Frühjahr bis zum späten Herbst strahlt Biddulph mit seinen Pflanzen und Blumen in vielen verschiedenen Farben, Formen und Größen, eine faszinierende Exotik aus.

Eine der innovativsten und ungewöhnlichsten Besonderheiten von Biddulph ist der ägyptische Garten. Nachbildungen ägyptische Kunst und Kultur kamen nach der französischen Invasion in Ägypten 1798 sehr in Mode. Auch in dieser außergewöhnlichen Anlage wachen zwei steinerne Sphinx-Paare über einen versteckt liegenden Hof mit Obelisk. Unterhalb eines ägyptischen Tempels im Eibenformschnitt führt eine steinerne Türöffnung zu einer dunklen Grotte und zum unheimlichen „Ape of Toth“, dem ägyptischen Gott der Botanik. Der Menschenaffe ist wahrscheinlich ein Entwurf von Waterhouse Hawkins, der auch die Dinosaurierskulpturen für Crystal Palace schuf.



Edward Cooke unterstützte mit seinen detaillierten Zeichnungen von schottischen Felsformationen die Gestaltung des Bereichs “The Glen”. Da Bateman und Cooke beide eine Vorliebe für Farne hatten, wurden hier über 20 Arten angepflanzt. Im Park wachsen ebenso zahlreiche Rhododendron-Arten wie z. B. Sikkim und Bhutan.

Für viele Besucher ist jedoch der “Chinesische Garten” die Attraktion und außergewöhnlichste Besonderheit des Gartens. Versteckt hinter hohen Wällen, Bäumen und Mauern, vermittelt dieser friedliche und pittoreske Gartenraum das Gefühl, tatsächlich im Fernen Osten zu sein. Der Besucher betritt den Garten durch riesige steinerne Tore und durchschreitet dann viele unterschiedliche, typisch chinesische Strukturen. Hierzu gehören eine verzierte Holzbrücke, eine Miniaturausgabe der Chinesischen Mauer und ein Tempel. Diese Elemente liefern ein fantastisches Ambiente für die Bepflanzung mit exotischen Pflanzen, die aus dem Fernen Osten nach England eingeführt wurden, darunter Goldlärche (Pseudolarix amabilis), Spindelstrauch (Spiraea japonica fortunei), Pipanthus nepalensis und Blauglockenbaum (Paulownia imperialis), die in den Steingärten, zusammen mit Japanischen Ahornbäumen (Acer palmatum), Cryptomaria japonica, Funkien und Baumpfingstrosen, angepflanzt wurden.



Andere Gartenräume umfassen die “Western Terrace”, den “Italian Garden“, die „Lime Avenue“ (Lindenallee) und den „Dahlia Walk“.

Als die Kosten für den Unterhalt des Gartens zu hoch wurden, verließen James und Maria Bateman in den späten 1860er Jahren schweren Herzens Biddulph Grange. Das Haus wurde an Robert Heath verkauft, einen führenden Industrieellen, der den Garten der Batemans pflegte und erweiterte. 1896 wurde das Haus durch einen Brand zerstörte und später wieder aufgebaut. Von 1923 an wurde das Haus für viele Jahre als Krankenhaus genutzt. In den 1960er Jahren hatte das Anwesen sehr unter Vandalismus zu leiden. 1986 übernahm der National Trust Biddulph Grange und führte umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durch, die bis heute andauern.


In der Nähe

Little Moreton Hall
Das vom National Trust verwaltete Herrenhaus Little Moreton Hall in Fachwerkbauweise gilt als eines der schönsten in Großbritannien. Das über 500 Jahre alte Gebäude beherbergt eine bedeutende Gemäldesammlung und ist von einem Knotengarten im Renaissancestil umgeben.

http://www.nationaltrust.org.uk/main/w-vh/w-visits/w-findaplace/w-littlemoretonhall/  
http://www.theheritagetrail.co.uk/manor%20houses/little%20moreton.htm  


Biddulph Grange Country Park
Das 30 Hektar große Gelände gehörte ursprünglich zu “Biddulph Grange“. Wie in den Gärten ist auch hier der viktorianische Stil der Gartengestaltung zu erkennen. Im März 2000 wurde eine 100 Jahre alte Wasserkraftanlage auf dem Gelände wieder in Funktion gesetzt. Es liefert den Strom für das Besucherzentrum.

http://smdc.mithril.jadu.co.uk/site/scripts/documents_info.php?categoryID=1137&documentID=96  
http://www.bootsandpaws.co.uk/biddulphcp.html  (Bildergalerie)

Mow Cop
Dieses Dorf mit seiner künstlich geschaffenen Burgruine liegt am Rand des Peak District beiderseits der Grenze der Graftschaften Staffordshire und Cheshire. Vom höchsten Punkt hat man eine wunderbare Aussicht über die umgebende Landschaft.  

http://www.mowcop.com/