Gutspark Böckel


Gutspark Böckel

 

Um 1900 beauftragt Carl Koenig den Gartenarchitekten Rudolph P.C. Jürgens mit der Gestaltung des Parks. Jürgens entwickelt Blickbeziehungen, Zielpunkte und Blickfänge. Als Sohn eines Baumschulbesitzers pflanzt er exotische Gehölze und orientiert sich dabei an Kriterien wie z.B. hell vor dunkel (Laubgehölze vor Nadelgehölzen). Weiter setzt er hängende und aufstrebende Wuchsformen, klein- und großblättrige, geschlitzte und ganzrandige Arten ein.

Die Grenze zwischen Park und privatem Gartenbereich wird durch die malerische Gräfte markiert. Den Park kennzeichnet noch heute die Authentizität des Jürgensschen Entwurfs. An einigen Stellen erahnt man unter dem Gras die ehemaligen Rundwege und verwilderte Ecken bereichern den Park.

Auf dem nord-südlichen Hauptweg stehend, wandert der Blick zum markanten Eckturm, in dem der Schriftsteller Rainer Maria Rilke 1917 eine Zeit lang wohnte.

Beeindruckend sind die alten Baumgestalten, deren Habitus erst jetzt richtig zur Geltung kommt. Lauschige Plätze wie der Steintisch am früheren Tennisplatz, die Vase am ehemaligen Kreuzungspunkt der Wege oder der versteckte Sitzplatz an der Gräfte machen den Park zu einem intimen Erlebnis.