|
|
|
|||||||||||||||||
BulskampveldDer GartenDer Name Bulskampveld taucht zum ersten Mal in einem aus der Mitte des 12. Jahrhunderts stammenden Dokument auf. Im Jahre 1838 konnte die Lütticher Familie de Meeus das ganze Gebiet kaufen. Graf Henri de Meeus erbte 1876 das Bulskampveld und beschloss einige Jahre später, seine Sommerresidenz dort errichten zu lassen.
1904 bekam das Schloss Bulskampveld wieder neue Eigentümer. Die Familie Lippens erwarb das Anwesen, das sich über die Gemeinden Beernem, Oostkamp und Wingene erstreckte, einschließlich des Schlosses, eines Wohnhauses, Stallungen, Arbeiterhäuschen und Obstgärten für mehr als eine Million belgische Francs. Die Familie hatte große Pläne für das Gelände. Kurz nach dem Kauf nahmen sie Kontakte mit Edmond Galoppin auf, einem Gartenarchitekten, der sich mit einigen öffentlichen Parks und Schlossgärten in Brüssel und Umgebung einen Namen gemacht hatte. Er entwarf einen weitläufigen Landschaftspark, der sich stark vom Rest des streng geometrisch gestalteten und von Alleen durchzogenen Geländes unterschied. Um das Schloss schuf er einen offenen Platz in unregelmäßiger Form. Der vorhandene Teich wurde erweitert und in mehrere Seitenarme aufgeteilt. Die weiten Rasenflächen wurden sanft modelliert und durch bewußt gesetzte Baum- und Strauchgruppen vielfältig gestaltet.
Galoppin erwies sich als ein Meister im Kombinieren von verschieden Baumarten, die, je nach Jahreszeit, in Farbe und Form ein prächtiges Bild abgeben. Neben dem Teich zum Beispiel wurden in einer Gruppe einige Tulpenbäume angepflanzt. Der Park wurde derart gestaltet, dass sich immer wieder reizvolle Durchblick auf das neugotische Schloss ergeben. In dieser Zeit wurde auch eine lange Zufahrtsallee angelegt, die vom 'Aanwijs' zum Schloss führt.
Am Rand des Parks wurde ein Burghof gebaut, der durch seinen mit Zinnen versehenen Turm auffällt. Die Familie ließ auch mehrere Gutshöfe bauen, die verpachtet wurden. 1970 konnte die Provinzverwaltung mehr als 200 Hektar Wald und Ackerboden, einschließlich des Schlosses und verschiedener Gutshöfe, von der Familie Lippens kaufen. Nachdem die notwendigen Anpassungsarbeiten ausgeführt worden waren, konnte die Domäne der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. In den letzten Jahrzehnten wurde die Provinzialdomäne durch Kauf und Miete sogar noch erweitert. Heute ist die Provinzdomäne Bulskampveld ein ausgedehntes Wandergebiet, in dem die typische Kultivierungsstruktur des späten 18. Jahrhunderts und des 19. Jahrhunderts noch deutlich erkennbar ist. Das Schloss wurde zu einem regionalen Besucherzentrum umgewandelt, ein moderner Erweiterungsbau beherbergt ein Naturbildungszentrum. Der ummauerte Gemüsegarten des Schlosses wurde in den Jahren 1980-1983 als Kräutergarten eingerichtet. Eine erstaunliche Vielfalt an Kräutern, von Heilpflanzen und Küchenkräutern über Industriepflanzen bis hin zu Färberpflanzen, werden heute kultiviert. Rund um den Kräutergarten, unter einem Schutzdach, sind Dutzende von historischen Karren und Wagen sowie Hunderte von alten landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten ausgestellt. Sie illustrieren anschaulich wie die Äcker Westflanderns früher bestellt wurden.
|
|
|