Europäischer Gartenpreis 2011
European Garden Award 2011
Nach dem erfolgreichen Start im Jahr 2010 wurde der Europäische Gartenpreis des EGHN und der Stiftung Schloss Dyck am Freitag, den 2. September 2011 zum zweiten Mal verliehen.
Dies sind die Gewinner und Finalisten des Europäischen Gartenpreises in den drei Kategorien:
• Beste Weiterentwicklung eines historischen Parks oder Gartens • Innovatives zeitgenössisches Konzept oder Design eines Parks oder Gartens • Sonderpreis der Stiftung Schloss Dyck
Kategorie 1: BESTE WEITERENTWICKLUNG EINES HISTORISCHEN PARKS ODER GARTENS
 GEWINNER: VILLA OTTOLENGHI (ITALIEN) Entworfen von Pietro Porcinai
Die Auszeichnung als „Beste Weiterentwicklung einer
historischen Anlage“ hat die Jury damit begründet, dass es sich um einen fast
vergessenen Garten handelt, der zu den wichtigsten Werken des Gestalters Pietro
Porcinai zählt. Hervorgehoben wird die Verknüpfung des künstlerischen Gartens
mit der Kultur des Weinbaus durch den heutigen Besitzer, einen Weinhändler.
Beim
Bau der Villa Ottolenghi in Acqui Terme haben Architekten, Maler, Bildhauer sowie
die Besitzer Graf Arturo Ottolenghi und seine Frau Herta von Wedekind zu Horst eng
zusammen gearbeitet. Ihr Sohn Astolfo beauftragte nach dem Tod der Eltern
Pietro Porcinai mit der Gestaltung der Außenanlagen.
Im Einklang mit der Natur
und der Architektur schuf er rund um die Villa einen formalen Garten. Seine
Gestaltung besteht unter anderem aus einer Blauregen-Pergola, einem großen
Wasserbecken und einem japanischen Garten. Rund um das Anwesen führt ein von
Porcinai angelegter Weg, der immer wieder den Blick auf überraschende Details
wie kleinen Eisenskulpturen und Stühle
aus Marmor freigibt. Der moderne Garten wurde durch die heutigen Eigentümer,
die die Villa vor fünf Jahren gekauft haben, restauriert und zum Aushängeschild
ihres Betriebes.
Laudatio (durch Mariachiara Pozzana), weitere Fotos und externer Link nach Villa Ottolenghi.
 FINALIST: CHATEAU DE LA BOURDAISIERE (FRANKREICH) - weitere Informationen
FINALIST: ORPHEUS AT BOUGHTON (GB) - weitere Informationen
Kategorie 2: INNOVATIVES ZEITGENÖSSISCHES KONZEPT ODER DESIGN EINES PARKS ODER GARTENS
 GEWINNER: JUPITER ARTLAND (GB) Entwurf: Nicky Wilson und zahlreiche Künstler
Die Jury hat sich einstimmig für Jupiter Artland
als Sieger ausgesprochen. Dieser Skulpturengarten, auf dem 32 ha großen Anwesen
von Bonnington House, hat eine ganz besondere Atmosphäre, da er nicht nur
Skulpturen an sich präsentiert, sondern sie mit sehr viel Einfühlungsvermögen
in der Gartenlandschaft, die aus formalen Gärten, Feldern und Wäldern besteht,
platziert. Die Idee, das Umfeld des historischen Gebäudes zu einem
Skulpturengarten zu gestalten, wurde
durch Ian Hamilton Finlay´s Garten
„Little Sparta“ beeinflusst. Er liegt nur etwa 30 Meilen entfernt von
Bonnington House.
Es werden unter anderem Werke von Richard Irving, Anish
Kapoor und Andy Goldsworthy präsentiert. Ein Hauptwerk von Jupiter Artland,
Life Mounds, wurde vom Architekturhistoriker und Gartengestalter Charles Jencks
auf einer 2 ha großen Fläche aus Gras bewachsenen Hügeln und bauchigen Teichen
gestaltet.
Die Eigentümerin Nicky Wilson und ihr Mann geben dem Garten ihre
persönliche Note und sind für die Gesamtkonzeption verantwortlich.
Jupiter-Artland ist kein abgeschlossenes Werk, sondern befindet sich im Wandel,
so dass man immer wieder etwas Neues beim Besuch entdeckt. So bleibt der romantische
Zauber des Entdeckens und der Überraschung, der auch die Jurymitglieder des
Europäischen Gartenpreises erfasst hat, bewahrt. Als gemeinnützige Einrichtung unterstützt
der Garten Schulen der Region beim Unterricht.
Laudatio (durch Ed Bennis), weitere Fotos und externer Link nach Jupiter Artland.
 FINALIST: DIE PARKS UND GÄRTEN VON ENKÖPING (SCHWEDEN) - weitere Informationen
FINALIST: FATHER COLLINS PARK IN DUBLIN (IRLAND) - weitere Informationen
Kategorie 3: SONDERPREIS DER STIFTUNG SCHLOSS DYCK
 GEWINNER: ARLEY HALL & GARDENS (GB) Entwurf von Egerton-Warburton, Weiterentwicklung durch Viscount & Viscountess Ashbrook
Die Gärten wurden in den vergangenen 250 Jahren durch
mehrere Generationen einer Familie geschaffen und bieten so eine ungewöhnliche
Mischung aus historischem und traditionellem Design, das durch moderne Ideen
und Ergänzungen inspiriert ist. So
erhält der Garten eine großartige Atmosphäre und Vitalität. Arley ist ein
wunderbares Beispiel dafür, dass die besten Gärten lebendige und wandelbare
Kunstwerke sind.
Einer der Höhepunkte ist die beidseitige Staudenrabatte, die
eines der ältesten Exemplare dieser Art in Großbritannien ist. Eine Allee aus
geschnittenen Steineichen führt das Auge aus dem Garten in die Landschaft, die
zum größten Teil zu dem 7 ha großen Anwesen gehört. Die sogenannten
Woodland-Gärten weisen eine große Artenvielfalt von Eichen, Magnolien und
Immergrünen sowie hunderten von verschiedenen Rhododendren auf.
Das
Preisgericht begründet seine Entscheidung damit, dass dieser historische Garten
sehr gut erhalten ist, die Geschichte bewahrt, aber gleichzeitig auch die
Zukunft im Blick hat. Darüber hinaus beinhaltet der Garten, auf dessen Gelände
sich auch ein Restaurant, ein Laden und ein Pflanzenverkauf befinden, all das, was
für Gartenliebhaber und Touristen den typisch englischen Garten ausmacht.
Laudatio (durch Roswitha Arnold), weitere Fotos und externer Link nach Arley Hall.
 FINALIST: PATRICK BLANC (FRANKREICH) - weitere Informationen
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