Die Gärten von Tatton Park


Der Garten

Die Gärten von Tatton Park gehören zu den schönsten in England. Sie vereinen verschiedenste Stilrichtungen der Gartenkunst, die sich im Laufe der Zeit, seit der Park 1715 erstmals angelegt wurde, entwickelt haben.

Das Herrenhaus, das die Gärten und das weiter entfernt liegende Parkgelände überblickt, wurde für William Egerton auf der Grundlage eines Entwurfs von Samuel Wyatt aus dem Jahr 1791 errichtet.



Die Familie Egerton, die in diesem eindrucksvollen Herrenhaus lebte, wollte ihre Gärten so gestalten, das jeder neue Gartentrend und Stil in der Gartenkunst seinen Platz im Garten hatte. Sobald also ein neuer Gartenstil in Mode kam, wurde er als Garten in den weitläufigen Park integriert. Das heutige Ergebnis ist ein Park, der mit seiner Vielfalt an Stilrichtungen nahezu unvergleichlich ist.

Die ersten formalen Gartenbereiche beinhalteten einen ummauerten Garten, gefolgt von einem Buchenlabyrinth, das 1795 angelegt wurde. „Charlotte’s Garden“, ist nach Lady Charlotte Egerton, der Ehefrau von William Egerton, benannt und für sie angelegt. Der Architekt des Herrenhauses legte diesen Bereich im „gardenesquen“ Stil an.

In unmittelbarer Nachbarschaft liegt ein Wintergarten, der ebenfalls von Wyatt entworfen wurde. Nach seiner Restaurierung wurde das Gebäude 1994 für Baustil und Gestaltung mit dem „Europa Nostra“-Preis ausgezeichnet. Joseph Paxton, vormals leitender Gärtner in Chatsworth und vor allem durch den Londoner Crystal Palace (1847) bekannt, entwarf und entwickelte in den 1850er Jahren ein palastartiges Farngewächshaus.

 

Der Italienische Garten, der später in den 1880er Jahren angelegt wurde, ist einer der am meisten fotografierten Bereiche von Tatton. Er entstand in einer Zeit, als italienisierte Gärten im 19. Jahrhundert eine Wiederbelebung erfuhren und zeigt viele typische Elemente dieses Stils wie Terrassen, Kieswege und Beetstrukturen, die in Muster und breite Einfassungen eingebunden sind. Der Gartenbereich liegt unterhalb der Rasenterrasse auf der Südseite des Herrenhauses, von wo aus der Besucher das komplexe Muster der Hecken und die lebendigen Strukturen der saisonalen Beetpflanzen am besten betrachten kann.

In Tatton gibt es auch kleinräumigere Gärten, die ebenfalls eindrucksvoll sind. Hierzu zählt der Rosengarten, der 1913 für Lady Anna Egerton angelegt wurde oder die „African Hut“ (Afrikanische Hütte), errichtet von Maurice Egerton, dem letzten Privatbesitzer von Tatton. Sie sollte Egerton an sein Anwesen in Kenia erinnern, das er während des Zweiten Weltkriegs nicht besuchen konnte.

Der Japanische Garten ist Tattons bekanntester Gartenraum. Er wurde im frühen 20. Jahrhundert von Fachleuten geschaffen, die man eigens aus Japan geholt hatte. Inspiriert durch die Japanausstellung (1910) wurde der Garten zwischen 1910 und 1913 angelegt.



2001 wurde der japanische Garten im Rahmen eines großangelegten Projektes restauriert. Das Projekt wurde wiederum mit der Unterstützung japanischer Fachleute durchgeführt und schloss die Restaurierung von Gartenarchitekturen aus der Edwardianischen Zeit ein, darunter die Restaurierung des reetgedeckten Teehauses und des Shinto Tempels. Der Garten ist mit Arten wie Ahorn, Azaleen, Japanischen Kirschbäumen und Farnen üppig im japanischen Stil bepflanzt.

Der ummauerte Gemüsegarten an der Westseite des Herrenhauses ist in den letzten Jahren ebenfalls wiederhergestellt worden und gibt Besuchern einen Einblick in die Zeit, als Anwesen wie Tatton sich mit Früchten, Gemüse und Schnittblumen selbst versorgen konnten. Viele alte Sorten werden heute hier wieder kultiviert. Zukünftig sollen die Restaurierungsarbeiten auf die Weingärten, die Feigenhäuser und das Orchideenhaus ausgedehnt werden.

Jedes Jahr im Juli findet auf dem Gelände die RHS (Royal Horticultural Society) Flower Show statt, die landesweit eine der größten Veranstaltungen dieser Art darstellt.