Tjolöholm – Ein Schlosspark am Meer


Der Garten

Die Gestaltung der Schlossgärten und des Parks von Tjolöholm für James Fredrik Dickson (1844-1898) und seine Frau Blanche war der prestigeträchtigste Auftrag des Architekten Lars Israel Wahlman (1870 – 1952) für einen privaten Park.

Schloss Tjolöholm besitzt dank Wahlmans Gestaltung, die sich offensichtlich frei von Kostengrenzen entfalten durfte, ein einzigartiges Ambiente.

Tjolöholm

Das Schloss liegt am Meer in einer von Felsen geschützten Senke. Die Umgebung des Schlosses unterscheidet sich deutlich von der umgebenden Schärenlandschaft, und die Meeresnähe ist allgegenwärtig. Der Park scheint sich nicht nur mit den Jahreszeiten, sondern auch im Tagesverlauf zu verändern. Während der Garten in nächster Nähe zum Schloss formal angelegt ist, so passt sich die Gartengestaltung im weiteren Verlauf an die umgebende Landschaft an. Das Schloss selbst ragt aus seiner Umgebung heraus!

Tjolöholm

Ein Haus ohne Garten war in Architekt Wahlmans Auffassung unvollständig. Nach seinem Verständnis war es die Pflicht eines jeden Architekten, den Garten als Fortsetzung des Hauses zu begreifen. Ebenso wie das Schloss ist der Park von der Arts-and-Crafts-Bewegung beeinflusst. Mit Hecken und Mauern schuf Wahlmann individuelle Räume, und setzte Terrassen ein, um den angelegten Park mit der umgebenden, naturbelassenen Landschaft zu verbinden.

Der neue Schlosspark stammt von 1900, von der ursprünglichen Parkanlage sind heute nur noch Spuren geblieben. Die Spalierlindenreihe, die entlang der Straße zum Schloss hinaufführt, stammt vermutlich aus den 1700er Jahren. Während einige ursprüngliche Bäume überdauert haben, sind andere Gehölze Ende des 19. Jahrhundert gesetzt worden. Auch die Mauern, die abwärts zum großen Rasen führen, gehen auf den Vorgängerpark zurück.

Tjolöholm

Der ausgedehnte Rasen nördlich des Schlosses beherbergte ursprünglich ein Gewächshaus, Gemüsegärten, Blumenbeete und einen kleinen Staudamm zur Bewässerung. Im Gewächshaus wurden Pfirsiche, Nektarinen und Trauben angebaut. Was nicht im Schloss selbst verbraucht wurde, sandte man zur Wohnung nach Göteborg oder nach Stockholm, wo Blanche Bonde, - die Tochter der Dicksons - lebte.

Die fortlaufenden Arbeiten in jüngster Zeit konzentrieren sich darauf, das britische Flair in Schloss und Park zu betonen. So entstehen neu angelegte und umgestaltete Blumenbeete nach den Entwürfen des aus England stammenden Designerpaars Helen und James Dooley vermehrt im englischen Stil.

Tjolöholm

Der restaurierte Rosenweg erhielt neue Bögen aus solidem Eisen. Die Pflanzenauswahl in den neuangelegten, breiteren Rabatten zeigt eindeutig englischen Einfluss. Pläne für die nahe Zukunft beinhalten die Anlage von zwei Knotengärten in Nähe des Rosenwegs, für die Wahlman bereits detaillierte Zeichnungen angefertigt hatte.

Blanche Dickson ließ auch ein Dorf mit Arbeiterhäuschen im Stil der Nationalromantik errichten. Ihr unstillbarer Ehrgeiz machte aus dem Gut eine vollständige Gemeinde. Sie baute eine Schlosskirche und ein Gemeindehaus, in der sich die Arbeiter treffen konnten. Das Anwesen entwickelte sich zu einer der führenden Arts-und-Crafts Liegenschaften Skandinaviens.

Im Arbeiterdorf befindet sich im Anschluss an das Museumshäuschen Hemtrefnaden ein neuer Garten, der als Schaugarten dienen soll. Hier sind verschiedene Pflanzen- und Gemüsesorten, die Anfang des 20. Jahrhundert üblich waren, angebaut. Die ursprüngliche Idee war es, dass die Arbeiter sich selbst versorgen und ihre Freizeit zur Erholung im Garten verbringen konnten. Der Garten zeigt auch, dass die Elemente der Arts-and-Crafts-Bewegung zu jener Zeit eine große Bedeutung hatten – zumindest für diejenigen, die es sich leisten konnten.