Winkworth Arboretum


Der Garten

Bis 1937 stellte die Fläche des heutigen Winkworth Arboretums einen ziemlich vernachlässigten Teil eines Anwesens in Surrey dar. Die steilen Hänge auf der Westseite des Tals wurden als ungeeignet für die Kultivierung angesehen und daher als natürliches Waldgebiet belassen, das ein paar Forstflächen und Esskastanien-Niederwald einschloss. Auf der anderen Seite des Tals, jenseits der Fischteiche, bestimmten die sanfteren, gewellten Hügel der North Downs das Panorama in Richtung Norden und Osten und es fiel schwer, sich vorzustellen, dass London nur 50 Kilometer entfernt lag.

Winkworth

Das Land gehörte zur Thorncombe Estate, die bis 1937 im Besitz der Familie Fisher-Rowe war. Dr. Wilfred Fox, der auf der benachbarten Winkworth-Farm lebte, nahm die Gelegenheit war, ein Grundstück in dieser Landschaft, die er lieben gelernt hatte, zu erwerben. Wie Dr. Fox selbst sagte:

„Meine ursprüngliche Motivation, das Land zu kaufen und es zu bepflanzen, lag in der außerordentlichen Schönheit des Tals, das fast unberührt war und einen ländlichen, bewaldeten Charakter hatte sowie von Heckenreihen und Unmengen an Wildblumen durchzogen war.“

Zu dieser Zeit war das Gelände von Haselnusssträuchern, Brombeergestrüpp und Adlerfarn überwuchert. Im Winter 1937/38 erfolgten die ersten Rodungen und man begann noch im selben Winter mit einigen Anpflanzungen. Dr. Fox hatte die Idee, stattliche Baumgruppen mit verschiedenen Arten zu schaffen, die dem Ort angemessen waren.

Winkworth

Die erste Hauptpflanzung umfasste größere Ahornsorten, Acer platanoides (Spitzahorn) mit seinen zahlreichen Sorten und eine zentrale Fläche mit fast 100 Exemplaren des Japanischen Ahorn – Acer palmatum und Acer japonicum – einschließlich des prächtig herbstlich gefärbten Acer palmatum ‘Heptalobum Osakazuki’.

Im Winter 1938 wurden große Gruppen von Knap-Hill-Azaleen angepflanzt, die im Mai zusammen mit einem natürlichen Teppich aus Glockenblumen blühen und für leuchtende Farbkombinationen aus Gold, Flammenrot und Gelb in einem See aus Blau sorgen. Die schönen Gruppen mit Liquidambar styraciflua (Amberbäumen) und Quercus coccinea (Scharlacheiche) erzeugen unbeschreibliche Effekte im Herbst. Für weitere Frühjahrs- und Herbstfärbungen sorgen stattliche Gruppen der eleganten Japanischen Blütenkirsche (Prunus jamasakura).

Winkworth

Bei der Auswahl des Standorts wurde der Versuch unternommen, die harten Kahlschnitte im Gelände zu verwischen, indem man die Baumgruppen durch die parallel laufende Wegeführung, die den Hügel gliedert, schwingen ließ. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Arbeiten nur vereinzelt fortgeführt, doch folgte daraufhin eine zehnjährige Phase einer entschlossenen, umfangreichen Bepflanzung.

Winkworth

Dr. Fox machte seine persönliche Leidenschaft nie zum reinen Privatgenuß. Er wollte immer, dass auch andere Besucher sein Arboretum genießen konnten und erlaubte von Beginn an öffentlichen Zutritt.
1952 übergab Dr. Fox eine Fläche von 25,3 Hektar - einschließlich des Oberen Sees - dem National Trust. Weitere 14,2 Hektar - darunter den Unteren See - erstand der National Trust fünf Jahre später.

Es nimmt nicht wunder, dass der Einfluß von Wilfred Fox auf das Arboretum auch danach nicht aufhörte. Bis zu seinem Tod 1962 saß er dem Management Committee vor, das für die Überwachung der Pflege und die fortwährende Weiterentwicklung der Anlage zuständig war.