Kurpark Bad Oeynhausen


Der Garten


Die mehr als 150jährige wechselvolle Geschichte des 26 ha großen Kurparks von Bad Oeynhausen hat ihre Gestalt in den unterschiedlichen Parkbereichen und einer ganzen Anzahl von historischen und modernen Gebäuden hinterlassen. Im Park treffen die Besucher auf die Zeugnisse einer glanzvollen und mondänen Kur- und Bäderwelt, die ihren Höhepunkt in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts hatte.

Bad Oeynhausen

Die Entwicklungsgeschichte des Kurparks ist eng mit der Entstehung der Badearchitekturen verknüpft. Dabei durchlief die gärtnerische Gestaltung der Gartenanlage drei Hauptphasen. Die Entstehungsphase begann 1847 mit dem Entwurf eines Hauptanlagenplans von Peter Joseph Lenné, dem Generaldirektor der königlichen Gärten in Preußen. Zwischen 1850 und 1853 wurde nach seinen Plänen ein im Grundriss hufeisenförmiger Park angelegt. Der von einer mit Alleebäumen bepflanzten Straße, dem Corso, umgrenzte Park war seitdem das städtebauliche Zentrum des schnell wachsenden Badeortes. Die charakteristische Grundstruktur der Planung von Lenné ist bis heute weitgehend erhalten geblieben. Zum Vermächtnis des bedeutendsten Gartengestalters des 19. Jahrhunderts gehört auch der - von den Kurgästen zu Unrecht etwas weniger beachtete - landschaftliche Parkteil im östlichen Bereich mit seinem alten Baumbestand.

Mit der Anlage des südlichen Parkteils durch den Düsseldorfer Gartenarchitekten Fritz Gude wurde 1896 die Gestaltung des Kurparks vollendet. Die landschaftliche Gestaltung dieser Zeit wurde aber in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts vor allem durch Neubauten beseitigt.

Bad Oeynhausen

Von 1905 bis 1908 entstand am Südende des Kurparks das monumentale Kurhaus. Mit ihm sollte dem Anspruch Oeynhausens als Kurbad von Weltrang Ausdruck verliehen werden.

In dieser zweiten Phase der gartenhistorischen Entwicklung des Kurparks wurde der Gartenarchitekt Reinhold Hoemann mit der Anlage eines großen Parterres vor dem Kurhaus beauftragt. Seitdem wird der mittlere Bereich vom Kurhaus bis zur Wandelhalle von einer breiten Achse bestimmt, in deren Mitte ein großer Springbrunnen steht.

Im gleichen Jahr wurde im Süden, außerhalb des ursprünglichen Parkgeländes, die Jordanquelle erbohrt. Sie ist mit einer Sprudelhöhe von über 50 m seither das Wahrzeichen des Kurbades.

Nach dem 2. Weltkrieg nahm die britische Rheinarmee in Bad Oeynhausen ihr Hauptquartier und umzäunte den Kurpark weitläufig. Die Bäume wurden stellenweise abgeholzt.

Im Jahre 1953 wurde nach dem Abzug des Militärs der prominenteste Gartenarchitekt der „Adenauerära“, Prof. Hermann Mattern, mit der Erarbeitung eines Generalplans beauftragt. Bis 1969 war Mattern immer wieder mit Teilplanungen für den Kurpark beschäftigt. Er veränderte besonders das große Rasenparterre und legte eine unregelmäßige Wiesenfläche an. Außerdem beseitigte er auch die alten geometrisch ausgerichteten Blick- und Wegachsen. Im südlichen Parkbereich erforderte die Einbeziehung des Jordansprudels und der Bau des Bewegungsthermalbades in den Kurpark hinein die Beseitigung des Südkorsos.

Ab 1980 wurde der Bereich zwischen der Wandelhalle und dem Kurtheater nach historischen Vorlagen neu gestaltet. Auch die große Achse zwischen dem Springbrunnen und der Wandelhalle wurde in jüngster Zeit wieder hergestellt, die trotz der fehlenden Fortsetzung zum Kurhaus die dominierende Sichtachse im Park darstellt und ein beliebtes Fotomotiv ist.

Ein für den Kurpark erstelltes Parkpflegewerk soll bis zum Jahre 2007 umgesetzt werden.

Bad Oeynhausen

Anlässlich der Landesgartenschau 2000 in den Städten Löhne und Bad Oeynhausen wurde unter dem Motto „Aqua magica - Magisches Wasserland“ ein Kurpark der Zukunft geschaffen - „Park der magischen Wasser“. Dieser kann vom Kurpark aus durch das Siekertal hindurch erreicht werden.

Auf dem rund 30 ha großen Gelände entstand nach Plänen des französischen Gartenarchitekten Henri Bava eine faszinierende Mischung aus Natur, Technik, Gesundheit und Kunst.

Zwei zentrale Gestaltungselemente prägen die Anlage: die Allee des Weltklimas und der Wasserkrater. Mit der Allee soll der Verlauf unterirdischer, geologischer Verwerfungen gekennzeichnet werden, die erst die Erschließung der heilkräftigen Solequellen ermöglicht. Oberirdisch wechseln sich schattige Baumhaine mit offenen sonnigen Plätzen ab.

Eindrucksvollstes Bauwerk ist der 25 m tiefe begehbare Wasserkrater, aus dem in unregelmäßigen Abständen eine Wassersäule empor schießt – Symbol für die Urkraft der Solequellen. Weitere Attraktionen sind der Sprühgarten und der Promenadenweg.